COCOS ISLAND

Es war im Jahr 2003 als ich das erste Mal von Cocos Island hörte. Cocos Island ist eine kleine Insel im Pazifik, die zu Costa Rica gehört und liegt ungefähr 500 km von der Küste Costa Ricas entfernt. Die Insel selbst ist nur rund 24 km² groß und eigentlich unbewohnt. Lediglich Ranger, die das Naturschutzgebiet bewachen, sind auf der Insel anzutreffen. Cocos Island ist heute ein Nationalpark und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. 12 Seemeilen (ca. 22 km) rund um die Insel ist auch das Fischen verboten. Bezeichnend dafür, warum man (ich) dort tauchen sollte, ist der zweite Name, den diese Insel hat: der Berg der Haie

Als ich die ersten Unterwasserfotos von Cocos Island gesehen hatte, hielt ich diese für Fotomontagen. 50 Hammerhaie auf einem Foto, Walhaie, Mantarochen und Schwärme von Weißspitzen-Riffhaien waren auf diesen Fotos zu sehen. Blitzartig wußte ich, das muss ich einmal sehen. Die Ernüchterung kam, als ich mich über das Preisniveau einer solchen Tauchreise erkundigte. Ja nachdem, wie der Dollar gerade steht, muss man mit mindestens EUR 5.000.- rechnen. Nicht nur der Preis war abschreckend, auch die Anreise selbst ist nicht gerade als angenehm zu sehen.

Man fliegt ab Wien meist nach Frankfurt, von dort geht es weiter nach New York und mit dem nächsten Flugzeug nach San Jose in Costa Rica oder nach Panama City in Panama. Nach dieser rund 22 stündigen Flugreise mit Zwischenaufenthalten an den Flughäfen wird eine Nacht im Hotel verbracht. Am nächsten Morgen wird man dann mit dem Bus zum Hafen gebracht, welcher nur rund 3,5 Stunden vom Hotel entfernt ist. Nachdem man auf einem der äußerst wenigen Booten, die eine Lizenz zum Tauchen auf Cocos Island haben, eingecheckt hat, beginnt die ca. 36 Stunden dauernde Überfahrt zur kleinen Pazifikinsel. Reiseberichten zur Folge ist diese Überfahrt meist von rauer See begleitet und kaum einer der Gäste schafft es, ohne seekrank zu werden Cocos Island zu erreichen. Am Rande erwähnenswert ist, dass Cocos Island in der Regenwaldzone liegt und daher täglich mit mehr oder weniger starken Regengüssen gerechnet werden muss. Klingt doch schon wahnsinnig verlockend, vor allem wenn man bedenkt, dass man die selbe Strecke wieder retour muss!

Und wie soll das Tauchen sein: Grundsätzlich werden nur erfahrene Taucher auf Cocos Island mitgenommen. Die meisten Tauchgänge sind so gestaltet, dass man unmittelbar nachdem man vom Beiboot ins Wasser gesprungen ist ungefähr in 30 Meter Tiefe abtaucht und dort einen halbwegs vor Strömung geschützten Platz aufsucht, um die Haie und Rochen zu beobachten. Die Strömung soll so stark sein, dass ein Ankämpfen gegen die Strömung aussichtslos und somit unmöglich ist. Vor allem wenn die Haie bei der Nahrungsaufnahme sind, kann es durchaus vorkommen, dass diese im Fressrausch die Taucher auch anrempeln. Gott sei Dank gehören Taucher nicht zur bevorzugten Hauptspeise dieser Tiere.

Nach rund 7 Tauchtagen mit täglich 3 - 4 Tauchgängen geht es wieder zurück Richtung Festland.

Lange Zeit ist also dieser Traum von Cocos Island in meinem Kopf herum geschwirrt. Das soll der Höhepunkt meines taucherischen Daseins werden, weshalb ich damit angefangen habe, den einen oder anderen Euro für diese Reise zusammen zu sparen. Durch meine Erzählungen konnte ich auch meine Freunde und oftmaligen Tauchpartner Wolfgang und Jaro für Cocos Island begeistern. Die Umsetzung dieses Projekts rückte also näher und näher. Wollte ich mir diese Reise zuerst zu meinem 50sten Geburtstag schenken, beschlossen wir bald, die Cocos - Reise ein wenig nach vor zu verschieben. Unser Messebesuch 2010 in Düsseldorf war schon davon geprägt, die Tauchreiseveranstalter abzuklappern und über Cocos Island zu befragen. Im April 2010 war es dann so weit, dass wir beschlossen, 2011 nach Cocos Island zu reisen. Wir haben die ersten schriftlichen Angebote eingeholt und sortieren gerade, was uns am besten gefällt.

Ende Mai 2010 haben wir mehrere Angebote von verschiedenen Reiseveranstaltern erhalten. Am besten hat uns das sehr individuell gestaltete Angebot von Waterworld gefallen. Nicht nur, dass der Eigentümer von Waterworld, der bekannte Unterwasserfotograf Werner Thiele die Reise als Reiseführer begleitet, hat er ein ganz besonderes Angebot. Die Safari dauert bei ihm um zwei Tage länger, wodurch man einen zusätzlichen Tauchtag gewinnt und einen weiteren Tag nutzen kann, um eine ganztägige Wanderung auf Cocos Island zu unternehmen. So können wir nicht nur die unglaubliche Unterwasserwelt betauchen sondern auch das einzigartige Juwel Cocos Island besichtigen. Auch die Anreise wird um einen Tag verlängert. Dadurch haben wir die Möglichkeit uns zu aklimatisieren und ein wenig San Jose zu besichtigen. Unser Tauchboot wird die Sea Hunter sein, das Top-Schiff auf der Cocos-Tour. Die Reise wird am 01.07.2011 beginnen und voraussichtlich am 17.07.2011 wieder enden. Warum voraussichtlich? Derzeit überlegen wir noch zwei bis drei Nächte anzuhängen um ein wenig Sight Seeing in Costa Rica zu betreiben. Übrigens sind wir zwischenzeitig schon eine Gruppe von 4 Tauchern, auch Roland hat sich zu uns dazu gesellt. Am 31.05.2010 haben wir fix gebucht. Und dies, obwohl der vorerst vermeindliche Preis von ca. EUR 5.000.- bereits auf ca. EUR 6.800.- angewachsen ist. Am 18.06. haben sich auch Alfons, Kurt und Hans Ernst entschlossen mit uns das Cocos Abenteuer zu bestreiten.

Unsere Flüge sind in der Zwischenzeit auch gebucht - es hat sich einiges geändert. Wir fliegen am 30.06.2011 von Wien nach Frankfurt, von dort geht es weiter nach Mexico City. Am 01.07. fliegen wir weiter nach San Jose. Retour geht es die gleiche Strecke, wir werden daher am 18. Juli wieder in Wien sein.



Hier endet vorläufig die Erzählung über meinen Tauchtraum - fortgesetzt wird mit der Realität. Ich freu mich schon, wenn ich über meine Erlebnisse auf bzw unter Cocos Island und in Costa Rica berichten kann.